Groundhopping – Island

Bericht von Flo, Juli 2017:

Fussball am Polarkreis

Spätestens nach der Europameisterschaft 2014 kennt jeder das Land im äußersten Nordwesten Europas. Und es gibt wohl niemanden, der das Volk der Wikinger unsympathisch findet. Aber wie sieht eigentlich der Ligabetrieb auf der Insel aus?

Im Juli 2017 war ich für eine Woche auf der Insel unterwegs und habe mir natürlich nicht entgehen lassen, den Fussball dort zu erleben. Und ich habe es geschafft, zwei Spiele zu besuchen.

Das erste Spiel war ein Ligaspiel von KR Reykjavik, kurz zuvor noch in der EL-Qualifkation in Israel unterwegs, gegen einen Stadtrivalen, Fjölnir Reykjavik.

Von der Atmosphäre und allem drum herum wohl mit unserer Regionalliga zu vergleichen. Ein Dorfplatz mit einer Tribüne, die rund 2000 Zuschauer fasst. Der Preis, absolut Island gerecht, bundesligatauglich: 16€. Der Fussball hingegen war sehr ansehnlich, einige Spieler mit guten Qualitäten.

Von der Tribüne kamen immer wieder Anfeuerungsrufe, auch von den rund 100 Gästen bei etwa 1100 Zuschauern, auch wenn es dort keinen organisierten Support gibt. Endergebnis: 2:0

Ebenfalls vor dieser Zuschaueranzahl wurde das Pokal-Halbfinale zwischen der Top-Mannschaft Islands und Teilnehmer der CL-Qualifikation, FH Hafnarfjörđur, und Zweitligist Leiknir Reykjavik. Auch hier wieder ansehnlicher Fussball der Vorstädter.

Es gab sogar eine kleine Gruppe, die mit einer Trommel immer wieder verschiedenste Lieder anstimmte, auch mit schönen Melodien. Leider fehlte die allgemeine Motivation mitzumachen, sodass der Text die Trommel nur selten überstimmen konnte. Mit Hinblick auf das Rückspiel gegen NK Maribor 4 Tage später spielte Favorit wohl nicht mit 100%, schaffte es allerdings in der 91. Minute noch mit dem 1:0 der Nachspielzeit aus dem Weg zu gehen.

Abschließend kann man sagen, dass die Euphorie und Stimmung der Nationalmannschaft leider nicht mal annähernd in die heimischen Stadien gebracht werden kann, der Fussball dort aber dennoch einen gewissen Charme zu spüren lässt, den man in den Topligen Europas heutzutage nur noch extrem schwer finden kann.